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Reibwertermittlung für Flachdachinstallationen

Wir zeigen Euch wie's geht

Eine Installation auf einem Dach darf keine Gefährdung darstellen und muss jederzeit die Sicherheit der sich in der Nähe befindlichen Personen garantieren. Voraussetzung hierfür ist eine ausreichend feste Verbindung zwischen Unterkonstruktion und Dach. Bei einer klassischen Montage auf einem Satteldach wird die Sicherheit durch eine feste Verbindung zwischen Dachhaken und Sparren gewährleistet. Im Gegensatz dazu muss diese bei Flachdachinstallationen ausschließlich durch Reibung realisiert werden.

Die Haftreibung ist abhängig vom Gewicht der Gesamtanlage (Module + Unterkonstruktion + Ballastierung), sowie vom Zusammenspiel der vorhandenen Materialien (Dachhaut + Bautenschutzmatte des Montagesystems). Daraus resultiert ein sogenannter Reibungskoeffizient (Formelzeichen µ), welcher für die statische Berechnung der Auslegungsprogramme, beispielsweise von K2 Systems, benötigt wird. Es ist daher aus Sicherheitsgründen zwingend notwendig, dass die Gegebenheiten vor Ort korrekt ermittelt werden!

Vorgehen zur Prüfung vor Ort

Zur Ermittlung des Reibungskoeffizienten wird ein sogenannter Königsberger Reibklotz verwendet, mit dem sich schnell und einfach der Wert bestimmen lässt.

Bestandteil sind eine Präzisionsfederwaage sowie ein Reibklotz, der sich durch Aussparungen mit unterschiedlichen, alltagsüblichen Oberflächen bestücken lässt. Das Prüfgewicht ist exakt 1 kg, um die darauffolgende Berechnung des Reibungskoeffizienten zu vereinfachen.

Sind passende Flächen ausgewählt, wird der Klotz an der Federzugwaage über die zu prüfende Oberfläche gezogen. Der Reibungskoeffizient errechnet sich, indem man den angezeigten Wert durch das Gewicht des Prüfklotzes (1 kg) teilt.

In diesem Fall beträgt der Wert 300g = 0,3kg. Dies entspricht einem Reibungskoeffizienten von:

µ = 0,3kg / 1kg = 0,3

Dieser Test muss vor Ort an mehreren Positionen (Rand, Ecken- und Mittelbereich) sowie bei Nässe und Trockenheit durchgeführt werden. Eben unter allen Bedingungen, die im Alltag tatsächlich auftreten könnten. Der niedrigste Wert wird als Grundlage zur weiteren Berechnung verwendet.

Die ordentliche Prüfung dieses Wertes sollte unter allen Umständen standardmäßig durchgeführt werden, da hier eine fahrlässige Handlung große Schäden und Folgeschäden mit sich bringen kann und im schlimmsten Fall eine Gefährdung von Menschenleben darstellt.